Zu Paul kamen wir am 01. Mai 2005 – etwa so, wie die Jungfrau zum Kinde – aber das könnt Ihr in einer der nachfolgenden Seiten en Detail lesen. Auch wenn er mittlerweile über zwei Jahre ist, hängt er immer noch am Rockzipfel seines großen Bruders. So kommt es dann oft vor, daß Leon das ausbaden muß, was Paul angezettelt hat (zum Beispiel stärkere Rüden ärgern).
Obwohl Paul größer und gewichtiger ist als Leon, sieht er weniger stämmig aus als er – ihm fehlt der breite Schädel und der stämmige Oberkörper. Er ist durch und durch der Sportler (was er zu unserem Leidwesen oft gerade in den Bergen beweisen will). Zur Zeit befindet er sich in seiner Halbstarken-Phase – da geht schon mal was zum einen Ohr rein, und zu anderen wieder heraus. Aber daran arbeiten wir natürlich fleissig.
Die Geschichte:
Als Nelly (die Mutter von Leon) Ihren zweiten Wurf bekam, wollte wir unbedingt einmal die süßen kleinen Welpen anschauen. Bei Leon hatten wir ja leider keine Gelegenheit dazu. So fanden wir uns im April 2005 inmitten eines wuseligen Haufens kleiner Hundebabies, die im großzügigen Welpenauslauf von Kirsten und Harald ihr Unwesen trieben.
Bestimmt hatte ich seinerzeit auch einen kleinen Stinker auf dem Arm, dessen Name damals noch Buddy war. Alle diese kleine Racker hätte ich sofort mit nach Hause genommen (wer könnte es einem verdenken). Aber wir wollten ja noch warten bis Leon zwei oder drei Jahre alt ist – halt aus dem gröbsten heraus – bevor wir über einen weiteren Hund nachdenken wollten. Es schwirrte sogar der Gedanke herum mit Leon eine Hündin zu belegen, um dann einen seiner Söhne zu bekommen….
Nur wenige Wochen später rief Kirsten an um zu vermelden, daß Buddy wieder zurückgekommen sei. Eine Risikoschwangerschaft erlaubte es den neuen Besitzern nicht, sich adäquat um ihn zu kümmern. Kirsten wollte versuchen, passende Pflegeeltern für das kleine Würmchen zu finden….
Es dauerte abermals nicht lange, bis sich Kirsten frustriert meldet. Keine der möglichen Pflegeeltern hatten ihr zugesagt. Aus Flachs (oder bewusst ? *grins*) fügte sie hinzu “Ihr nehmt doch immer unsere “Rückläufer”. Das setzte bei uns einen schweren – und doch einfachen Prozess in Gange. Natürlich wollten wir einen zweiten – aber so – und jetzt – und überhaupt….irgendwann befanden wir, daß es wie mit Kindern sein müsste – der falsche Zeitpunkt ist immer – man muß nur die richtige Ausrede finden.
Also fassten wir den – fatalen – Entschluß vorbeizufahren. Wenn Leon mit dem kleinen klar kommen sollte, würden wir das auch. Der arme Leon. Ohne es zu wissen, lag die ganze Verantwortung bei unserem erst 16 Monate altem Junghund. Und der tat, war wir nicht erwartet hatten – und was ihn bis heute immer wieder auszeichnet. Er war der beste große Bruder, den man sich wünschen kann (Gruß an dieser Stelle an den Michael ;-) ).
Keine Eifersucht oder Mißgunst – Leon benahm sich vom ersten Sehen an wie die Mutter, aus deren Schoß wir Buddy übernehmen sollten. Nelly hat das wohl von Anfang an gemerkt…..*lacht*
Es kam wie es kommen sollte – auch diesmal nahm das besagte Schicksal seinen Lauf. Unter Tränen von Kirsten wurde Buddy als Paul in unsere (und Leons) Obhut übergeben. Die ersten Szenen in unserm Garten kann man nur so umschreiben: “Komm Kleiner, ich zeig Dir jetzt mal alles…….”
Paul tat alles, was Leon ihm zeigte – Leon brachte ihm bei, daß unser Grundstück an einem Punkt endet – ohne, daß ein Zaun dort steht, er spielte mit ihm, wie wir es mit ihm getan hatten…(auch mal gewinnen lassen)…..er schaute wie eine Glucke dabei zu, wenn Paul seine Mittagsmahlzeit bekam (er selbst bekam ja nur noch morgens und abends), und er zeigte ihm die Plätze, wo man sich am besten zum Dösen hinhauen konnte.
Leon hatte sichtlich Spaß an seiner Rolle – auch wenn es bedeutete, daß er ein wenig erwachsener werden mußte – für eine so jungen Hund eine enorme Herausforderung. Heute kann man nur sagen – er hat diese Aufgabe mit Bravour gemeistert.

