Das Tor

Blick in Richtung TorSoooo – nun komme ich auch endlich mal dazu die fehlenden Texte zu ergänzen. Alles nicht mehr ganz so frisch – aber durchaus noch präsent.

Wir starteten die Tour an der Talstation der Hunerkogel-Seilbahn. Wir entschieden uns bei der Begehung für den “umgekehrten” Weg – die meisten Leute starten wohl in Richtung Südwandhütte. Im Nachhinein betrachtet keine allzuschlechte Wahl, denn die Tour ist nicht ganz unanstrengend – und mit unserer Variante kommt man erst kurz vor Schluss zu einer Einkehr. Andersherum hat man auf gut zwei Drittel der Strecke die Möglichkeit in der Bachlalm einzukehren.

Leon und Paul auf dem Rauchkar

So ging es dann erst einmal stetig berab über die Maralm. Das spannende ist, daß man fast die ganze Zeit das Tor vor Augen hat – und von dort unten sieht es nicht so aus als könne man da problemlos durchsteigen. Bis auf Höhe der Bachlalm war es relativ problemlos – schliesslich nur bergab – von da aber zieht sich der Weg kontinuierlich hoch Richtung Rauchkar. Anja hätte besser den Abend vorher nicht so tief ins Weinglas geschaut – so war es doppelt anstrengend für sie….

Vom Moosboden aus zieht sich der Weg durch das riesige Karfeld in leichten Serpentinen hoch – kaum Halt und mit jedem Schritt gleitet man immer ein Stück hinab. An der Stelle dachte ich nur, daß die gewählte Gangrichtung  mit Sicherheit ganz gut ist, denn hier herunter steigen ist auch nicht gerade lustig. Den Jungs schien das wie immer nichts zu machen – unbeirrt tapsten die beiden den steilen Pfad hinauf.

Wie vier auf dem Tor - Blick in Richtung Ramsau

Oben angekommen schlängelt sich der Weg dann im Kessel zwischen Torstein und Raucheck noch ein Weilchen sanft hinauf, bis sich auf einmal der grandiose Blick auf die Südwand eröffnet. Kein Wunder, daß dieser Punkt in vielen Reiseführern so hervorgehoben wird. Man kann das gesamte Dachsteinpanorama zur linken und Ramsau und niedere Tauern zur rechten überblicken. Also machten wir an diesem Punkt eine gemütliche Rast auf einem der grossen Felsen.

Wir ahnten ja noch nicht, daß es hier mit den Anstrengungen noch lange nicht vorbei war – obwohl wir schon gut zwei Drittel der Strecke hinter uns hatten, wartete jetzt der eigentlich anspruchsvolle Teil. Vom Tor geht es zunächst steil herab und führt dann nahezu endlos durch die Karfelder der Südhänge. Immer wieder muss man grobe Geröll-Lawinen durchqueren und wir ärgerten uns schwarz, daß wir gerade heute die Hundeschuhe nicht eingepackt hatten.

Firnfeld auf den DachsteinsüdwandhängenFies an dem ganzen ist obendrein, daß man die Südwandhütte irgendwie immer greifbar vor Augen hat – aber so richtig näher kommt man ihr nicht. So quälten wir uns dann die letzten wenigen Kilometer mehr schlecht als Recht Richtung Südwandhütte – immer besorgt nach den Jungs und deren Pfoten schauend. Die konnte ihre armen Füsse zum Glück noch regelmässig in kleinen Firnfeldern kühlen, die hier – owohl kaum 2000 Meter hoch gelegen – immer noch nicht abgetaut waren.

Überhaupt zeigten die beiden – im Gegensatz zu uns *g* – keine Schwächen. Anja pfiff durch ihren angeschlagenen Kreislauf auf dem letzten Stück hoch zur Hütte geradezu auf dem letzten Loch. Stimmungsmässig kurz vor einer “Auszeit”. So tat das Bier, was wir uns dann oben genehmigten doppelt dreifach gut….

Leon vor der LeiterVon der Hütte konnten wir dann auch schon den Dicken sehen, den wir auf dem Parkplatz vor dem Hotel Dachstein abgestellt hatten. Das letzte Stück war dann schnell erledigt – interessant dabei war nut, daß Leon absolut keinen Bock hatte die kleine Leiter an einem Firnfeld zu überqueren – witzig deshalb, weil er am Folgetag auf solchen Leitern mindestens 70 Höhenmeter durch die Siberkarklamm bewältigt hatte….naja, vielleicht war er ja doch erschöpft…

Fazit der Tour: Durchaus anstrengend, vor allem wegen dem vielen Geröll. Also – ausgeruht angehen, festes Schuhwerk und auch Schuhe für die Hunde einpacken. Wir haben da oben tatsächlich zwei Jungs aus Sachsen getroffen, die mit sowas wie Turnschuhen unterwegs waren – deren Fussgelenke nach der Tour möchte ich am abend nicht gesehen haben….

Die Tourdaten:

Distanz insgesamt: 14,84km
Minimale Höhe: 1.355m
Maximale Höhe: 2.037,17m
Anstieg: 1.208m
Abstieg: 1.101m
Maximaler Anstieg in Prozent: 62,16%
Maximaler Abstieg in Prozent: 51,86%

Höhenprofil

Entfernung Zeit Aufstieg Abstieg
1 0.000 km 0s - -
2 1.007 km 18m 56s 96 m 86 m
3 0.993 km 15m 21s 9 m 48 m
4 1.017 km 12m 51s 5 m 38 m
5 0.991 km 19m 18s 6 m 81 m
6 0.992 km 13m 15s 34 m 59 m
7 1.004 km 20m 16s 123 m 1 m
8 1.001 km 34m 41s 166 m 3 m
9 0.995 km 39m 44s 223 m 30 m
10 1.011 km 54m 25s 200 m 28 m
11 0.988 km 46m 46s 48 m 287 m
12 1.000 km 28m 58s 89 m 163 m
13 1.003 km 23m 14s 67 m 36 m
14 0.998 km 1h 09m 38s 122 m 59 m
15 1.009 km 17m 42s 14 m 91 m
16 0.844 km 14m 09s 8 m 93 m
14.855 km 7h 09m 14s 1210 m 1103 m

Tor

Über Georg

Who needs luxury….?

Kategorie(n): Allgemein, Berge
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