Tja, heute morgen guckten wir ein klein wenig verkatert aus den Betten zum Fenster heraus – es war schon fast acht Uhr und die Sonne zeigte sich heute von einer wahrhaft besseren Seite als noch am Vortag. Der Rum-Tee vom letzten Abend wurde erstmal neutralisiert, in dem ich den Kopf in den Brunnen mit dem 5 Grad kalten Quellwasser hielt. Es würde bestimmt ein schöner Tag zum wandern werden.
Der Blick auf unser Schuhwerk war aber gelinde gesagt ernüchternd. Von trocken konnte da keine Rede sein – und mit den feuchten Schuhen wandern – da würden wir uns Schuhe und Füsse mit kaputt machen…also hieß das erst einmal Füsse ruhig halten.
Wir hingen die Wanderschuhe auf den Zaunlatten an unserem Terassenzaun ein und drehten sie immer wieder mit der feuchtesten Seite in die Sonne – in der Hoffnung auf eine baldige Trocknung. So zog neben dem Frühstück auch bald das kleine Mittagessen an und vorbei. Die Zeit vertrieben wir uns bequem in der Sonne sitzend auf der Terasse mit jeweils einem guten Buch. Auch das war hier oben einfach nur erholsam…
Im Konsum in Curaglia hatten wir gestern abend noch eine Dose Imprägnierspray erstehen können – unser eigenes hatten wir zu Hause gelassen, weil wir das auf unseren bisherigen Touren zwar immer mitgenommen, aber ja noch nie gebraucht hatten…
Als Anjas Schuhe gegen drei wieder durchgetrocknet waren, wurden die erstmal reichhaltig bis in die kleinste Ecke ausgesprüht – das von gestern sollte ja nicht noch mal passieren. Auch meine Schuhe waren kurz darauf auch wieder tauglich und erfuhren die gleiche Behandlung.
Da wir den Tag nicht gänzlich ohne einen ordentlichen Spaziergang ausklingen lassen wollten, machten wir uns kurz danach auf, um ein wenig “unseren Hügel” weiter zu erkunden…Wir wählten den Weg am Val Medel entlang Richtung Plaun Pardatsch. Der Weg führte uns am Bienenhüsli vorbei, das wir auch gleich mal genauer in Augenschein nahmen, für den Fall, daß wir mal mit mehreren Personen hier anreisen sollten – das Bienenhüsli ist für bis zu 6 Personen geeignet und etwas grosszügiger geschnitten.
Kurz hinter dem Bienenhüsli wurde aus dem schmalen Fahrweg ein gemütlicher kleiner Pfad, der sich den Berg hochschlängelte. Immer wieder ergaben sich traumhafte Ausblicke auf Curaglia, den Crap Stagias und den Piz Ault auf der gegenüberliegenden Seite des Val Medel.
Der Pfad führte die ganze Zeit durch den Wald, der auch hier sehr feucht war – überall kam Wasser aus dem Berg, und die Luft war voll mit Insekten – heute war ich ja schlauer – eine lange Hose verhinderte die Mückenstiche, die mir die Biester zwei Tage zuvor mit Freuden zugefügt hatten…
Kurz vor Plaun Pardatsch (einer kleinen Ansammlung von Hütten und Ställen) kam der Weg wieder aus dem Wald heraus und offenbarte einen noch viel schöneren Blick auf den Medelser Gletscher. Und gerade hier hatte sich ein Paar aus Dortmund eingemietet. Noch ein wenig ruhiger als bei uns vermutlich – der Nachteil ist vermutlich, daß der Wanderweg fast über deren Hof führt – das wiederum würde mich stören. Mal abgesehen davon, daß die Hunde das wohl weniger spannend fänden, wenn ab und zu mal jemand hinter dem Haus auftaucht…
Von hier ab ging der Weg auch rasch wieder in den Wald, wurde aber selbst auch immer feuchter. Anstatt wandern war hier meist “hüpfen” angesagt – und zwar von trockener Stelle zu trockener Stelle – oder von Stein zu Stein…auf jeden Fall hatten die Jungs ihren Spass.
Oben auf dem Fahrweg angekommen ging es dann gemütlich auf Asphalt wieder zum Stagias herunter. Den Weg durch den Wald, den wir vor zwei Tagen bis hierher gelaufen waren, wollten wir diesmal lieber auslassen. So ging es dann bis auf den Sattel des Stagias herunter, wo Paul natürlich unbedingt meinte in einem kleinen Tümpel baden zu müssen.
Baden – stimmt, duschen wollte ich ja auch noch – alleine der Gedanke bei den Temperaturen unter der Campingdusche zu stehen…die hatte ich heute morgen schon mit 10l Wasser in die Sonne gehängt. Unter der Birke vor unserem Hand hängte ich das Teil ein – wir wollen mal fest halten – 16°C Aussentemperatur, 20°C Wassertemperatur, starker Wind – damit wurden aus dem Duscherlebnis gefühlte 5°C…
Aber sauber fühlte man sich schon danach…und der Kreislauf war so richtig gut in Schwung – und verlangte danach nach einem kühlen Bier…Anja amüsierte sich köstlich…
Der Rest des Abends war wieder mal recht schnell zu Ende, da wir wieder pünktlich mit dem Sonnenuntergang ins Bett vielen. Und das obwohl wir ja kaum etwas getan hatten – ausser der knapp zwei Stunden Wanderung .
Minimale Höhe: 1.571m
Maximale Höhe: 1.787,71m
Anstieg: 357m
Abstieg: 334m
Maximaler Anstieg in Prozent: 83,90% oder 40°
Maximaler Abstieg in Prozent: 27,92% oder 16°

| Entfernung | Zeit | Aufstieg | Abstieg | |
| 1 | 0.000 km | 0s | - | - |
| 2 | 1.011 km | 20m 36s | 89 m | 28 m |
| 3 | 0.994 km | 23m 55s | 123 m | 20 m |
| 4 | 1.003 km | 24m 56s | 101 m | 66 m |
| 5 | 0.993 km | 15m 30s | 27 m | 119 m |
| 6 | 1.008 km | 19m 53s | 19 m | 98 m |
| 7 | 0.028 km | 1m 18s | 0 m | 4 m |
| 5.037 km | 1h 46m 08s | 359 m | 335 m |


Also, bei dem Titel wär ich ja nie drauf gekommen, dass der Beitrag so genial ist