Eigentlich verdient ein Anreisetag ja nicht unbedingt eine besondere Notiz, aber in unserem Falle war’s schon ein recht kurzweiliges Unterfangen. Und da die gesamte Tour ohnehin nicht in wenigen Sätzen zu beschreiben sein wird, machen wir auch hier dann mal keine Ausnahme und erzählen ein klein wenig über die Wirren des ersten Tages.
Zunächst war die Anfahrt problemlos. Kurz bevor wir Reutte passierten, erreichte uns per Handy die Nachricht, daß es eines unserer Fahrzeuge dahingerafft hatte. Der Renault von Christoph und Raphaele musste erstmal in die Werkstatt – dumm nur, daß die am Sonntag nicht aufhatte…so stand Christoph für die kommenden Tage eine kleine Telefonorgie bevor, in deren Verlauf er es tatsächlich organisieren konnte, daß er den Wagen am kommenden Woche an eben der Tankstelle wieder abholen durfte, an der der ÖAMTC ihn abgeschleppt hatte – am Samstag hat die Werkstatt nämlich auch nicht auf…
So mussten wir unsere bestehende Planung ein klein wenig über den Haufen werfen und verfrachten Christoph und Raphaele kurzerhand in den Wagen von Ralph und Dagmar – ihr Gepäck wurde auf die restlichen Fahrzeuge verteilt.
Helga und Klaus, die sich die Nacht um die Ohren geschlagen hatten, warteten schon eine geraume Zeit am Brenner. Da die avisierte Raststätte sich als Fernfahrerloch herausgestellt hatte, und wir noch eine gehörige Portion dahin zu fahren hatten, fuhren beide ihrerseits schon mal vor nach Prags.
In Prags angekommen opferten sich Michael, Ralph und Christoph mutig, um eines der Fahrzeuge für den späteren Rücktransport nach Alleghe zu bringen – hihi – nach Alleghe…..
Es stellte sich heraus, daß Falcade – unser Zielort – nicht wirklich ein Vorort von Alleghe war, sondern ein eigenständiges Nest unterhalb des Passo San Pellegrino – fast 20km von Alleghe entfernt. So kam es dann, daß die drei für die Fahrt hin und zurück mal eben schlappe 4 Stunden brauchten.
Bei diesem Unterfangen schwächelte dann zu allem Überfluß noch der Audi von Ralph, da dieser in Rallye Monte Carlo – Manier die Pässe rauf und runtergejagt war – das Ergebnis waren dann fast 130°C Öltemperatur und somit eine kleine Zwangspause für den Wagen……
Letztendlich waren wir dann auch erst um acht Uhr wieder alle erschöpft beieinander um ein gemeinsames Abendessen im Hotel zu uns zu nehmen. Überhaupt das Hotel – ein schmucker Bau, der in seiner Aufteilung aber eher an Kolonialhäuser erinnerte – 2 Zimmer durch eine Trenntür geteilt – ebenso wie das Badezimmer, das man sich so teilt…sehr gewöhnungsbedürftig…Tagsüber wimmelte es nur so von Tagestouristen, wie in Königswinter in den siebziger Jahren. An ein entspanntes Laufen mit den Hunden zwischen all den Vollblutwanderern, die mit voller Ausrüstung (Wanderstöcke und Pradaschühchen) den ganzen See umrundeten (ca. 40min.), war also nicht zu denken.
Folglich schnappten wir verbleibenden sieben uns dann auch erst spät unsere Hunde, um ebenfalls die Gegend rund um den See und unseren Startpunkt für die morgige Etappe zu erkunden. Neben einem atemberaubenden Panorama konnten wir so dann auch schon einmal einen ersten Blick auf den Anstieg des kommenden Tages nehmen….uns schauderte ein klein wenig bei dem Anblick- das Siebengebirge ist halt doch was anderes…
Fazit des Tages: Erst probieren, dann einfüllen.


Zur Anreise:
Eigentlich wollten Ralph und ich zwischen 1:00 und 2:00 starten. Ralph ist der Meinung, dass er irgendeinen Weckdienst (online) beauftragt hat, uns zu wecken. Dieser Weckruf erfolgte (bis heute) nicht. Naja, vielleicht hat Ralph das falsche Jahr angegeben.
Tatsächlich verließen wir also Eitorf morgens um 4:00 und dachten, dass wir die letzten in der Truppe wären. Nach den ersten Telefonaten war uns aber klar, dass mindestens Christoph noch hinter uns war. Also schienen wir wenigstens die vorletzten zu sein. Dann hat Christoph uns überholt, was jedoch nur bis Reutte andauern sollte.
Zwischendurch hatten wir auch unbemerkt Heike und Michael überholt. So ist also festzuhalten, dass wir das 2.Team hinter dem Brenner gewesen wären, hätten wir nicht noch einen Boxenstop in Reutte gehabt.
Am Pragser Wildsee angekommen, bekam ich erst mal einen Schock angesichts des Trubels. Also das ist wirklich nicht mein Ding. Glücklicherweise hielt der ja nicht lange an.
Ja, die Runde um den See war sehr schön, bis ich – als völlig ungeübte “Wandersfrau” – den Aufstieg für den nächsten Tag sah. Also da wurde mir schon etwas anders …..
Jeder der Mitreisenden wird die Tage aus seine ureigen Art wahrgenommen haben und so werde natürlich auch ich meine Sicht der Dinge schildern.
Wir sind am Sonntag um 4:10 Uhr aufgebrochen und nur durch einige kleine Pausen auf der Fahrt aufgehalten worden. Entspannt und gutgelaunt kamen wir in Reutte an der Tankstelle an. Hier wartete schon der Rest der Gruppe (bis auf Helga und Claus, die schon am Brenner warteten) und so wurde schnell eine Lösung für das Gepäck von Chris und Raphaele gefunden.
Die Gemeinschaft funktionierte von der ersten Sekunde an.
Am Pragser Wildsee angekommen war ich entsetzt was für Touristenmassen sich durch dieses Tal quälten und dachte laut in der touristischen Hölle gelandet zu sein – sollte es auf dem ganzen Weg so zugehen? Schon am späten Nachmittag entspannte sich mein Inneres, nach und nach verschwanden alle lauten, hochmotivierten Tagestouristen und es blieb ein schönes, von Abendsonne beschienenes, ruhiges Bergseepanorama mit einem eher mäßigen Hotel (mit dem Scharm des muffigen Jugendstils in das neue Jahrtausend gequält).
Chris, Ralph und Micha fuhren freundlicherweise die Fahrzeuge nach Aleghe und ich war dankbar mich auf meine höllischen Kopfweh und meine Übelkeit konzentieren zu können. Christoph sagte ich sollte mir keine Gedanken machen – eine Auswirkung der Höhe.
So machte die Restgruppe den Rundgang um dem schönen See mit dem beeindruckenden, ansteigenden Weg den wir am Montag in Angriff nehmen wollten – Au, Backe – ob ich das hinbekomme?
Das Abendessen war nett und harmonisch. Ich war überrascht, daß alle Hotels Halbpension anbieten und so brauchte ich mir über die Menüauswahl keine Gedanken zu machen. Das Essen in diesem Haus war nicht gut, aber wenn man Hunger hat schmecken auch versalzene Knödel…..
, dafür war der Wein besser…
Schon früh bin ich ins Bettchen um den nächsten Tag ausgeruht angehen zu können. Wir wollten um 6:00 Uhr aufstehen, welch unchristliche Zeit. Noch kurz über den Aufstieg nachgedacht und die Anstrengung des Aufstiegs und dann in unruhigen Schlaf eingetaucht – morgen, ja Morgen….