Die erste Klettertour auf den Brandriedel (1725m)

Einstieg in den Rosegger-SteigUnsere erste Klettertour in diesem Urlaub sollte (für uns Newbies) gleich eine gehörige Herausforderung darstellen. Dank des milden Wetters (die Skifahrer mögen es entschuldigen) war der Steig begehbar. Vom unserem Gasthaus Brückenhof auf 1200m ging es zunächst gemütlich bis auf 1333m zum Gasthaus Edelweiss. Hier liegt der Einstieg in den Rosegger-Steig, der übrigens nach Peter Rosegger, einem österreichischem Dichter und Schriftsteller benannt ist.

Im Schatten lag noch ein wenig Schnee – leider zuwenig für Schneeschuhe. Aus dem Schnee wurde später nackter Boden, auf dem sich eine Vielzahl von Eiskappen gebildet hatten – tja, wo sind die Wieserl (leichte Steigeisen), wenn man sie braucht. Am nächsten Tag hatten wir welche – man ist ja lernfähig. So wurde der Aufstieg natürlich etwas beschwerlicher, da man permanent damit rechnen musste abzurutschen.

Auf dem Steig

Nach weiteren 100 Höhenmetern entledigten wir uns dann schon mal der ersten Zwiebelschicht – die Fleecejacken wanderten in den Tagesrucksack. An einigen Stellen öffnete sich zu unserer Linken ein Abgrund von einigen hundert Metern. Anstatt uns aber Sorgen um uns zu machen, blickten wir gebannt auf Leon und Paul, die sich einen Spaß daraus machten in die Steilwände zu klettern, um dort Unsinn zu machen – wie zum Beispiel zu versuchen, Wurzeln aus dem Boden zu reissen – ächz. Wir werden uns wohl daran gewöhnen müssen, daß vier Beine sicherer stehen, als zwei…

In einem Moment, als wir uns mal wieder fragten, was wir uns hier aufgehalst hatten, überholte uns ein Extrem-Querfeldein-Läufer, der uns mit lockerem Schritt überholte und beiläufig fragte, ob der Weg noch schlimmer würde. Ich konnte ihm nur hinterherrufen, er möge uns auf der Brandl-Alm schon mal ein Bier bestellen – wir wären in 1-2 Stunden da….lol.

Rosegger-Steig

Kurz vor dem Gipfel kam dann das kleine Highlight – eine Stiege aus Gitterrost, ca. 50 Meter lang, in den Berg gelegt um die letzten 30 Höhenmeter zu nehmen. Das muß von weitem ausgesehen haben, als ob wir da heraufkriechen. Als wir oben ankamen, konnten wir erstmal nicht die Aussicht geniessen – der scharfe Westwind blies ziemlich heftig über den Gipfel – und wir hatten nur die dünnen Fleeces an. So schnell hatten wir glaube ich noch nie die Jacken aus dem Rucksack geholt.

Mit dem wärmenden Überzug liess sich dann der grandiose Blick auf Ramsau im Tal und den Dachstein, der unser gesamtes Blickfeld im Norden ausfüllte, Julia an der Stiegegeniessen. Julia setzte sich erstmal an die Stiege und sinnierte vermutlich darüber, warum sie das nicht schon früher mal gemacht hatte.

Bis hierher hatten wir noch keine Stunde gebraucht. In Anbetracht der Bodenverhältnisse und unserer bescheidenen Kondition ein recht passables Ergebnis denke ich – die Regelzeit liegt beim Rosegger-Steig bei 45 Minuten. Meine Einschätzung teilte Hannes (der Junior-Chef des Brückenhofes) später und erklärte uns zu hochgebirgsfähigen Kletterern. Grüsse an dieser Stelle noch mal an den Hannes und 1000 Dank für die Tipps. Wir sehen uns im Sommer wieder….

Nach dem Genuß der Landschaft folgte ein Abstieg àlà Jack-Wolf-Skin-Werbung. Im Schatten des Brandriedel hatte sich der Schnee gesammelt und maß an die 50cm Höhe. Ohne Schneeschuhe ging es den steilen Abstieg herunter zur Brandlalm (1600m). Ein Gemisch aus Laufen, Hüpfen und Rutschen.

Auf der Brandlalm

Dort angekommen gab es nur eines – ein kühles Blondes und was leckeres zu Essen. In der Sonne liess es sich dabei gut aushalten. Nach einer Stunde stiess dann auch unsere “Seniorengruppe” schimpfend und schnatternd zu uns. Die hatte es irgendwie geschafft, sich auf dem knappen Kilometer zwischen Walcheralm und Brandlalm zu verlaufen fg.

Gemeinsam traten wir dann nach der “Jause” den Heimweg an. Über den gut ausgebauten Dachsteinweg ein gemütliches und nicht sonderlich anstrengendes Vorhaben.

Fazit: Die Tour werden wir auf jeden Fall wiederholen – allerdings mit besserer Ausrüstung. Und vielleicht sind Hannes und Kimi dann ja mit von der Partie.

Grüsse noch an Julia – Gratulation, das war eine bombige Leistung. Nächsten Winter nehmen wir uns die Dachstein-Südwand vor….fg.

Über Georg

Who needs luxury….?

Kategorie(n): Berge
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Eine Antwort auf Die erste Klettertour auf den Brandriedel (1725m)

  1. Hallo Ihr Lieben,

    Habe mich sehr über Euren Wanderbericht gefreud. Schöne Grüße aus der Ramsau. Bis Bald Hannes

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